- 08.03.2010 - Shigellose: meist aus den Tropen eingeschleppt
Blutig-eitrige Stühle verdächtig
Die Ruhr, auch als bakterielle Dysenterie bezeichnet, ist eine weltweit vorkommende, häufige Ursache von Durchfallserkrankungen. Sie tritt gehäuft in tropischen und subtropischen Ländern mit schlechtem Hygienestatus auf. Betroffen sind vor allem Kleinkinder, bei denen die Infektion ohne adäquate Behandlung letal verlaufen kann. Verursacht wird die Ruhr durch mehrere Shigellen (S.)-Spezies, darunter S. sonnei, S. flexneri, S. dysenteriae und S. boydii. Shigellen gehören zu den gramnegativen Stäbchenbakterien. [mehr]
- 25.02.2010 - Lepra: Frühzeitige Erkennung entscheidend
Lepra-Kranke: Absonderung heute nicht mehr notwendig
Die Lepra (synonym: Hansen-Erkrankung) hat die Menschheit durch alle Epochen begleitet. Erste Aufzeichnungen über Erkrankungen an Lepra lassen sich bis 600 v. Chr. in Indien belegen. Bis heute ist die Erkrankung jedoch nicht ausgerottet. Nach Schätzungen der WHO sind derzeit mehr als 2 Millionen Menschen an Lepra erkrankt. Weltweit wird allerdings eine stetige Abnahme von Neuerkrankungen registriert. Hauptsächlich tritt die Lepra in den Tropen und Subtropen auf. Die meisten Erkrankungsfälle finden... [mehr]
- 24.02.2010 - Kryptosporidiose: Inzwischen nicht nur bei Immundefizienten von Bedeutung
Kryptosporidien: Inzwischen nicht nur bei Immundefizienten von klinischer Bedeutung - Erreger lebensmittel-assoziierter Infektionen
Die Kryptosporidose wird durch den zu den Protozoen gerechneten Erreger, Cryptosporidium parvum, verursacht. Der erstmals 1976 entdeckte Erreger hatte bislang lediglich bei immundefizienten Patienten, wie zum Beispiel AIDS-Patienten, als Auslöser einer opportunistischen Infektion eine klinische Bedeutung. In Folge der in den letzten Jahren verbesserten Diagnostik fand sich jedoch auch eine zunehmende Relevanz dieses Protozoons als Ursache von Infektionen des Intestinaltrakts von immunkompetenten... [mehr]
- 23.02.2010 - Leishmaniose: Auch im Mittelmeerraum verbreitet
Bei nicht heilenden Hautulcera differentialdiagnostisch berücksichtigen
Leishmanien werden zu den Protozoen (Gattung Leishmania) gerechnet. Sie verursachen in Abhängigkeit von der Leishmanien-Spezies und dem Immunstatus des Patienten unterschiedliche klinische Krankheitsbilder, die von einem kutanen oder mukokutanen Befall bis hin zur viszeralen Beteiligung reichen. Als Erreger der kutanen Leishmaniose kommen im Mittelmeerraum mehrere Leishmanien-Formen in Frage: L. tropica, L. aethiopica, L. major und L. infantum. Die Erkrankung wird auch als Orientbeule, Baghdadbeule... [mehr]
- 22.02.2010 - Schlafkrankheit: eine fast ausgerottete Erkrankung
Trypanosomiasis: Infektionen auch bei Urlaubern in Ostafrika
Immer wieder wurde über mehrere Fälle von Schlafkrankheit bei Urlaubern, die sich im Serengeti- Nationalpark, Tansania, aufgehalten hatten, berichtet. Bei diesen von Urlaubern importierten Infektionen handelt es sich um eine sehr seltene tropenmedizinische Infektion. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von Safari-Urlaubsreisen in Ostafrika sollte der Hausarzt jedoch mit der initialen Symptomatik dieser Erkrankung vertraut sein.Die in Afrika vorkommende Schlafkrankheit wird durch Trypanosoma (T.)... [mehr]
- 22.02.2010 - Sandmückenfieber bei Mittelmeerurlaubern
Verbreitung des Pappataci-Fieber im Mittelmeergebiet
Das Sandmückenfieber (synonym: Pappataci-Fieber; "sandfly fever") ist eine im Mittelmeerraum weit verbreitete Arbovirose. Verursacht wird die Erkrankung durch das Sandmückenfiebervirus (SFV), einem zu den Bunyaviridae gehörenden Erreger. Es zirkulieren drei SFV-Serotypen: Toskana, Naples und Sicilian. Verschiedene seroepidemiologische Untersuchungen sowie klinische Fallbeschreibungen der letzten Jahre belegen, dass das Virus in den meisten Ländern des Mittelmeerraumes sowie dem zentralasiatischen... [mehr]
- 22.02.2010 - Ross-River-Virusinfektion bei Australien-Urlaubern
RRV: Wichtige Arbovirose Australiens
Die erste Beschreibung des durch das Ross-River-Virus verursachte Krankheitsbildes, der epidemischen Polyarthritis, erfolgte im Jahr 1928. Das verursachende Virus wurde in den 1960er Jahren erstmals isoliert. Da die Infektion bisher ausschließlich auf die Region Australien und Ozeanien beschränkt war, ist sie in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Nicht zuletzt bedingt durch den zunehmenden Tourismus nach Australien ist die Infektion heute von reisemedizinischer Bedeutung. In den 1970er Jahren... [mehr]
- 22.02.2010 - O´nyong-nyong-Fieber in Kenia
Auch Urlaubsgebiete betroffen
Beim O´nyong-nyong-Fieber, verursacht durch das gleichnamige Virus, handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragene Infektion. Das RNA-Virus gehört zur Familie der Togaviridae, Genus Alphavirus. Es ist antigenetisch eng mit dem Chikungunya-Virus verwandt. Das Virus wurde erstmals Ende der 1950er Jahre in Uganda nachgewiesen. Seither kam es wiederholt zu größeren Epidemien in den ostafrikanischen Ländern Kenia, Tansania und Uganda. [mehr]
- 22.02.2010 - Genitale Schistosomiasis: Mitbringsel aus Afrika
Schistosomiasis - synonym: Bilharziose - ist eine Wurmerkrankung der tropischen und subtropischen Regionen - Bei Genitalwarzen Schistosomen ausschließen
Mit der zunehmenden Reiseaktivität nach Afrika und dem Mittleren Osten muss beim Schwimmen in verseuchten Gewässern auch mit der Möglichkeit einer genitalen Schistosomiasis gerechnet werden. Schistosomiasis (synonym: Bilharziose) ist eine Wurmerkrankung (Helminthose) der tropischen und subtropischen Regionen.Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 200 bis 300 Millionen Menschen in mehr als 70 Ländern mit Schistosomen infiziert sind. Bedingungen für einen stabilen Übertragungszyklus sind Wärme,... [mehr]
- 12.01.2010 - Legionellen: Gefahr lauert in der Warmwasserdusche
Legionärs-Krankheit: Wie kann man sich schützen?
In Ulm gibt es seit Mitte Dezember 2009 eine ungewöhnliche Häufung an bakteriellen Infektionen durch Legionellen. Die Suche nach der Infektionsquelle läuft auf Hochtouren, ist aber mit herkömmlichen Methoden sehr langwierig. Neue Screening-Verfahren von Fraunhofer IPM könnten die Suche in Zukunft deutlich abkürzen."Erste Ergebnisse werden in einer Woche vorliegen", das liest man derzeit häufig im Zusammenhang mit der Suche nach der Infektionsquelle für Legionellen-Erkrankungen in Ulm. Dass die Laborergebnisse... [mehr]
- 06.01.2010 - Histoplasmose: Ansteckung beim Besuch von Höhlen
In der reisemedizinischen Anamnese berücksichtigen!
Als Folge des zunehmenden Tourismus muss auch an die Möglichkeit der Einschleppung von tropischen Pilzerkrankungen gedacht werden. Dabei sind besonders Ausflüge in Höhlen als Expositionsmöglichkeit zu nennen. Häufigster Erreger einer reisemedizinischen Systemmykose ist die Histoplasmose, hervorgerufen durch den dimorphen Pilz, Histoplasma (H.) capsulatum. Erst kürzlich wurde über mehrere Fälle von pulmonaler Histoplasmose bei Personen, die sich in einer Fledermaushöhle auf Kuba aufgehalten hatten,... [mehr]
- 15.12.2009 - Ockelbo´sche Krankheit: Arbovirose Skandinaviens
Typisch sind Fieber, Gelenkschmerzen und Exanthem
Bei der reisemedizinischen Beratung bzw. bei Reiserückkehreruntersuchung ist die Kenntnis des Vorkommens bestimmter regionsspezifischer Erkrankungen Voraussetzung. Nach Reisen in skandinavische Länder wurden wiederholt Erkrankungen an der Ockelbo´sche Krankheit beobachtet. Die Ockelbo´sche Krankheit (synonym: karelisches Fieber (Russland), Pogosta-Erkrankung (Finnland) ist durch Fieber, Exanthem und Polyarthralgien gekennzeichnet.Verursacht wird sie durch das Ockelbo-Virus (OCK), einen zu den Alphaviren... [mehr]
- 13.12.2009 - Vibrio vulnificus: Eindringen des Keims durch Hautläsionen
Eindringen des Keims durch Hautläsionen - Fluch der Karibik: Schwerste Wundinfektionen nach Baden in der Ostsee
Bedingt durch die Überschwemmungen in Folge des Hurrikans Catarina kam es bei mehreren Bewohnern von New Orleans zu Todesfällen, die durch eine Infektion mit Vibrio (V.) vulnificus verursacht wurden. Das gehäufte Auftreten dieses Keims ist nicht ungewöhnlich, sondern hätte aufgrund der Biologie des Erregers durchaus erwartet werden müssen. Gerade bei den vielfach aufgetretenen Hautabschürfungen und sonstigen offenen Verletzungen durch den Hurrikan kann bei geschwächten Personen ein Kontakt mit salzhaltigem... [mehr]
- 11.12.2009 - Hepatitis-E: Seltene importierte Virusinfektion
Hepatitis-E – Meist durch kontaminierte Lebensmittel übertragen
Das Hepatitis-E-Virus (HEV), erstmals Anfang der 1980er Jahre, in Indien entdeckt, verursacht eine akute Leberentzündung, die im Verlauf der Hepatitis A ähnelt. Das Virus gehört zur Familie der Caliciviridae. Aufgrund des Vorkommens des Erregers bei verschiedenen Tierspezies, wie Schweinen, Affen, Ratten sowie Mäusen, geht man davon aus, dass es sich bei der Infektion um eine Zoonose handelt. Bisherige seroepidemiologische Studien zeigten, dass der Erreger in Südostasien, Indien, Naher Osten, Zentralasien... [mehr]
- 09.12.2009 - Vor Urlaubsreise gegen Hepatitis A impfen
Hepatitis A: Auch bei Fettleber ist die Impfung indiziert
Die Hepatitis A wird durch das gleichnamige Hepatitis A Virus (HAV), einen zu den Picornaviridae gehörenden Erreger, verursacht. Die Infektion ist weltweit verbreitet, weist jedoch eine, in Abhängigkeit vom Hygienestatus der Region, unterschiedliche Prävalenz auf. In Deutschland beträgt die Durchseuchung der <50-jährigen nur etwa 5%, während Personen über 50 Jahre diese Infektion in bis zu 90% der Fälle meist bereits durchgemacht hatten [mehr]



